Tag: Vision

Slide-Diskussion: Kreisdiagramm

Beim Darstellen von Wirkungszusammenhängen, die zyklisch ablaufen, ist das Kreisdiagramm ein praktisches Folienbild.

Das Kreisdiagramm gibt die Antwort auf eine Wie-Frage. Die Darstellung ist vereinfachend (wenn man mit vielen Segmenten Komplexität darstellen möchte, bekommt man in der Regel ein Platz-Problem). Es handelt sich um eine qualitative Präsentation, einer Vision oder – wenn es sich um einen ausführenden Aspekt handelt – einer Execution. Es wird ein Individuum dargestellt, im Ist-Zustand. Eine Veränderung kann man einfach durch eingefärbte und abgesetzte Kreissegmente darstellen.

In der Storyline lässt sich dieses Slide gleichermaßen für alle vier Abschnitte verwenden.

Wichtig ist, dass es sich beim dargestellten Kreislauf tatsächlich um einen Kreislauf handelt, in den man in jedem beliebigen Punkt einsteigen kann. Wenn es sich um einen linearen Prozess handelt, sind andere Bilder geeignet.

Ein bisschen vorsichtig muss man beim Kreisdiagramm sein – in unterschiedlichen Kontexten hat es bestimmte Bedeutungen, z.B. in der Medizin, in der mit Kreisdiagrammen bevorzugt Teufelskreise (“Circulus vitiosus”), d.h. sich negativ verstärkende Kreisläufe dargestellt werden. Qualitätssicherer werden bei 4-teiligen Kreisdiagrammen wahrscheinlich unwillkürlich an den Deming-Kreislauf (Plan-Do-Check-Act) denken.

Aus Sicht des Design sind Kreisläufe mit einer Zahl von zwei bis sieben Segmenten ideal – wenn die Zahl ungerade ist, wirkt der Kreislauf umso eleganter. Der Leser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von oben beginnend im Uhrzeigersinn die Elemente lesen. Man kann – gerade bei vier Elementen – das optische “Startelement” oben mittig anordnen. Schwierig ist die Beschriftung bei Kreisen mit mehr als zwei Elementen – die Texte müssen kurz sein, werden auf den seitlichen Elementen häufig umgebrochen und sind auch noch inkonsistent in der optischen Erscheinung zu den Elementen oben und unten. Die Anordnung des Textes im Kreisbogen wird von Powerpoint zwar unterstützt, ist aber auch nicht optimal.

Zur Darstellung unpriorisierter Einflüsse (Faktoren) gibt es das Slide “vier Einflussfaktoren”:

Dieses Slide der vier Einflussfaktoren beantwortet nach Dan Roam eine Wer/Was-Frage. Die Darstellung ist vereinfachend und stellt die Argumente qualitativ dar. Es zeigt eine Vision und in der Regel die Faktoren, die auf ein Individuum im Ist-Zustand einwirken.

In der Storyline ist es ein Slide für die Situation oder Solution, für das Aufzeigen einer Kompliation ist die Wirkung zu schwach.

Beispiele für die Verwendung wären die Ergebnisse einer Stakeholder-Analyse, Aufklärung der Situation, Einflüsse auf eine Situation usw.

Aus Design-Sicht sind die o.g. Beispiele praktisch, weil man genug Platz auf für kurze Sätze hat. Vorsicht ist geboten bei Formen und geometrischen Figuraen, die sich aus den Pfeilen bilden.

Slide-Diskussion: Venn-Diagramm

Eines der Beispiele in Dan Roams Buch ist das Venn-Diagramm. Es besteht aus sich überschneidenden Kreisen, die Gebiete oder Mengen verdeutlichen.

Das Venn-Diagramm ist die Antwort auf eine “Wo”-Frage. Die Darstellung ist vereinfachend, es ist eine qualitative Darstellung. Hier wird eine Vision dargestellt. Grundsätzlich wird ein Individuum dargestellt, einen Vergleich kann man anstellen, indem man das Objekt, das man beschreibt, als Objekt in die Kreise einordnet. In der Regel wird auch ein Ist-Zustand gezeigt – eine Veränderung kann man durch Vektoren zwischen den eingeordneten Objekten darstellen.

In der Storyline findet sich das Venn-Diagramm in der Situation oder Complication, ggf. auch in der Solution.

Das Venn-Diagramm ist benannt nach dem englischen Mathematiker John Venn.

Es ist wunderbar geeignet, um Objekte einzuordnen bzw. zu kategorisieren. Es sind zwei bis fünf Kreise möglich, mehr werden unleserlich. In Office 2007 ist das Venn-Diagramm als Smartart verfügbar.

Bei der grafischen Gestaltung sollte man beachten, dass ein Venn-Diagramm mit 3D-Effekten nicht mehr nach einem Mengenkreis ausschaut. Besonders bei vier Kreisen, bei denen die Überlappung dunkler ist als die jeweilige Kreisfläche, bilden sich in den Schnittflächen geometrische Figuren, die an Flugzeug-Propeller oder Kirchenfenster erinnern. Das sind unerwünschte Assoziationen – sie sollte man unbedingt vermeiden!

Ein kleiner Negativpunkt ergibt sich aus der negativen Assoziation, die viele Menschen mit der Mengenlehre aus traumatischen Grundschul-Erinnerungen verbinden.

Slide-Diskussion: Optionen

Wenn man Optionen darstellen möchte, muss man sie in ihren Ausprägungen erfassen. Idealerweise beschreibt man die Option, liefert aber auch noch eine Bewertung mit. Durch ein Scoring kann man qualitative Bewertungen quantifizieren. Mit den “Optionen” kann man mehrere Optionen nach Kriterien bewerten und zeigen, welche die geeignete ist.

Nach Dan Roam ist das Slide eine Antwort auf eine “Warum”-Frage. Je nach Anzahl der gewählten Optionen und Kriterien schwankt es zwischen vereinfachend und komplex. In der reinen Lehre ist es natürlich ein qualitatives Slide, wegen der angesprochenen Quantifizierung zählen wir es trotzdem als quantitativ. Es zeigt eine Vision und in der Regel einen Vergleich zwischen zwei oder mehr Optionen im Ist-Zustand.

In der Storyline ist es typischerweise im Solution-Teil angesiedelt, ggf. auch in der Complikation.

Das Scoring ist – wie bereits oben kurz umrissen, eine gute Methode, um von qualitativen Aussagen zu quantitativen Bewertungen zu kommen und eine Konsequenz – in diesem Fall sie Auswahl einer Option, zu begründen.

In der Darstellung sieht man, dass man Optionen und Kriterien auch vertauschen kann, dann kann man ggf. mit dem Platz spielen. Grundsätzlich hat man bei der Beschreibung der Bewertung (“Kommentar”) grundsätzlich zu wenig Platz.

Man sieht im Vergleich, dass die Variante der Harvey-Balls (bzw. Halb-Monde, wie man im Deutschen vielleicht sagen würde) viel besser abzulesen ist, als die Darstellung mit Pfeilen. Dan Roam schreibt in seinem Blog, dass Harvey Poppel die Harvey-Balls bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton in den 70er Jahren erfunden hat, um große Tabellen schneller lesbar zu machen. Gut hat er das gemacht! Ich habe die Halbmonde aus Powerpoint-Formen erstellt und gruppiert. Es gibt auch kostenlose Fonts, mit denen man Harvey Balls ganz einfach “schreiben” kann, was ich aber nicht empfehle, weil das das Font-Weitergabe-Problem mit sich bringt.

Zuletzt habe ich noch eine Version mit Sternen beigefügt, wenn man auf die beschreibenden Kommentare ganz verzichten möchte.

Slide-Diskussion: Ebenen

Heute möchte ich eines der einfachsten inhaltlichen Powerpoint-Templates vorstellen, das es gibt: Das Ebenen-Bild.

Nach Dan Roam würde wird man es als Antwort auf eine “Wo”-Frage, je nach Inhalt lässt sich sicherlich auch ein “Wer/Was” darstellen. Die Darstellung ist eher vereinfachend (bei mehr als 5 Ebenen kann es auch durchaus als “komplex” durchgehen, aber da ist die Darstellung schon hart an der Grenze…). Es ist eine qualitative Darstellung, die eine Vision präsentiert. Es wird ein Individuum dargestellt, kein Vergleich. Grundsätzlich wird der Ist-Zustand gezeigt. Abwandlungen (Slides 2-…) zeigen, dass man durch Hinzufügen kleiner Vorgehenspfeile aus der Vision-Ausprägung auch eine Execution produzieren kann, bzw. wie man eine Veränderung durch Animation oder Hervorhebung umsetzen kann.

In der Storyline findet sich dieses Slide häufig in der Situation, weniger in der Complication, oft auch in der Solution oder beim Concept.

Es ist ein beschreibendes Slide, nicht unbedingt ein bewertendes. Und es ist ganz praktisch, weil es mehr als nur jeweils einen Bullet-Point aufnimmt, es gibt Platz, um jeweils einen Satz oder noch 2-3 Unterpunkte zu formulieren. Wichtig ist aber, dass die Argumente tatsächlich auf Ebenen liegen, nicht nur nebeneinanderstehende Aspekte oder Prozess-Schritte sind. Wenn man trotzdem eine Leserichtung oder einen Entwicklungsfluss mit angeben möchte, kann man die Schritte in der Variante “Execution” mit kleinen Pfeilchen wählen.

Ähnliche Slides:

Die Pyramide, wobei bei der die Hierarchie noch stärker ausgeprägt ist und weniger Platz für erläuternde Texte vorhanden ist.

Die Aspekte, bei denen die Argumente nebeneinander auf einer Ebene stehen.