Heute möchte ich auf ein sehr grundlegendes Prinzip eingehen, das man zum Erstellen guter Präsentationen (und im Grunde genommen aller Arten von Dokumenten) benötigt: das Pyramiden-Prinzip von Barbara Minto.

The structured thinking process that should precede good structured writing.
Barbara Minto, 1987

Worum geht es im Pyramiden-Prinzip?

Das Pyramiden-Prinzip von Barbara Minto ist eine hierarchisch strukturierte Denk- und Kommunikationstechnik, die dazu verwendet werden kann, einem guten strukturierten Schreiben vorauszugehen. Die Grundidee des Pyramiden-Prinzips ist, Ideen während des Denkprozesses in kleinere Cluster aufzuteilen, die die Hauptaussage (These) in zunehmender Detaillierung unterstützen.

Logische Gruppe und logische Kette

Untergeordnete, unterstützende Argumente können auf zwei Arten gefunden werden:

  • Logische Gruppe (induktiv): Die unterstützenden Argumente legen die übergeordnete Schlussfolgerung nahe, ohne sie lückenlos zu beweisen. Leitfragen: Warum? Wie? Inwiefern? Woher wissen wir das? Jedes Element in der untergeordneten Ebene muss eine Frage beantworten.
  • Logische Kette (deduktiv): Die unterstützenden Fakten führen notwendigerweise zur Schlussfolgerung. Ein Element führt logischerweise zum nächsten.

Barbara Minto vertritt die Meinung, dass diese Strukturierung die beste Art und Weise ist, einen Punkt herauszuarbeiten oder ein Argument zu strukturieren. Die Methode ist eng verbunden mit dem Situation-Complication-Solution-Framework, indem es sehr präzise die Idee, die man kommunizieren möchte, herausarbeitet.

Entstehung

Barbara Minto hat das Pyramiden-Prinzip während ihrer Arbeit als Consultant bei McKinsey entwickelt.

Anwendung

Die Methode ist am nützlichsten für Mitarbeiter von Organisationen, die Analysen verfassen und Präsentationen erstellen müssen, auf deren Basis Entscheidungen vom Management gefällt werden. Typische Zielgruppen sind Senior-Manager, die darüber klagen, dass sie mit zu viel Information behelligt werden, bevor sie zum Punkt kommen.

Vorteile

Die Methode hilft:

  • Kreativ zu denken, eindeutig zu begründen und Ideen mit Klarheit auszudrücken.
  • Komplexe Probleme zu definieren und die Zielsetzung eines jeden Dokuments festzulegen.
  • Ideen zu prüfen und ihre relative Wichtigkeit zu beurteilen.
  • Begründungen in schlüssige und belegte Argumente zu strukturieren.
  • Argumente zu analysieren, um ihre Effektivität zu bestätigen.

Die Vorteile sind damit:

  • Die Zeit, die normalerweise für einen ersten Entwurf benötigt wird, verkürzt sich.
  • Die Klarheit der Argumentation wird verbessert.
  • Die Information wird verkürzt.
  • Insgesamt führt die Methode zum Ergebnis, dass die Ideen vom Papier direkt in den Kopf des Lesers spingen, mit minimalem Aufwand beim Leser.

Nachteile:

  • Vom Anwender wird viel Disziplin sowohl beim Erlernen als auch bei der konsistenten Anwendung der Methode verlangt.
  • Die meisten Kritikpunkte betreffen die Verknappung von Information bis zur Verstümmelung.